EinfĂŒhrung
Projektarbeit 2026/27 · 3. Oberstufe
Dein Projekt.
Dein Weg.
Ein halbes Jahr, ein Thema, das dich wirklich interessiert â und am Schluss ein Produkt, das du allen zeigst. Wir gehen den ganzen Weg einmal gemeinsam durch. Mit Lea.
BlĂ€ttern mit den Pfeiltasten, durch Wischen oder mit «Weiter». Taste F fĂŒr Vollbild.

Der rote Faden
Das ist Lea.
Lea ist in der 3. Oberstufe, genau wie du. Sie kocht gern, fotografiert alles mit dem Handy â und hat noch keine Ahnung, worĂŒber sie ihre Projektarbeit machen soll.
Ein halbes Jahr an einem einzigen Projekt? Das schaffe ich nie.
Doch. Mit einem Plan â Schritt fĂŒr Schritt.
An Leas Beispiel siehst du jeden Schritt: vom ersten Gedanken bis zur Ausstellung im Mai. Achte auf die roten KÀstchen «So macht es Lea».
Worum es geht
Was ist eine Projektarbeit?
-
Ein Thema, das du wÀhlst
Es kommt aus deinem Alltag und interessiert dich wirklich. Niemand gibt es dir vor.
-
Eine Leitfrage
Eine einzige Frage, auf die du die Antwort selbst herausfindest â nicht abschreibst.
-
Ein Produkt
Etwas, das man anschauen, anfassen, hören oder ausprobieren kann. Du stellst es allein her.
An der OS West wird ausschliesslich ein Produkt als Projektarbeit angenommen. Du arbeitest allein, Hilfe holen ist erlaubt.

Was du abgibst
Drei Teile â ein Projekt
- Das Produkt. Das eigentliche Ergebnis. Bei Lea: ihr Kochbuch.
- Das Projektheft. Es besteht aus dem Arbeitsjournal und der Dokumentation. Arbeitsjournal: Was du wann gemacht hast â und was du daraus lernst. Dokumentation: Dein Weg zum Produkt und die Antwort auf deine Leitfrage.
- Die PrÀsentation. Rund 2 Minuten in der Schule, frei gesprochen.
Du fĂŒhrst das Projektheft digital auf der Website. Dort gehören auch Zeitplan und Materialliste dazu.
Warum das Ganze?
Deine Generalprobe â mit Begleitung
Nach der Oberstufe wartet fast ĂŒberall eine Ă€hnliche Arbeit auf dich.
- LehreVertiefungsarbeit an der Berufsfachschule
- BerufsmaturitÀtInterdisziplinÀre Projektarbeit
- GymnasiumMaturitÀtsarbeit
Was du jetzt ĂŒbst â planen, dranbleiben, Probleme lösen, prĂ€sentieren â brauchst du dort wieder. Diesmal mit einer Betreuungsperson an deiner Seite.

Der Weg bis Mai
Sechs Phasen
18. November bis 2. Dezember
Phase 1 · Idee suchen
Rahmenbedingungen kennenlernen, Ideen sammeln, Mindmaps erstellen. Du bringst zwei Ideen mit und gibst am Schluss deine Projektidee mit Leitfrage ab.
So macht es Lea Lea schwankt zwischen einem Kochbuch und einer Fotoserie ĂŒber Hunde.
bis 13. Januar
Phase 2 · Entscheiden und vorbereiten
Leitfrage und Ziele formulieren, das Projekt eingrenzen. Am Ende steht die unterschriebene Projektvereinbarung.
So macht es Lea Lea entscheidet sich fĂŒrs Kochbuch und schreibt drei SMART-Ziele.
bis 10. MĂ€rz
Phase 3 · Planen und beschaffen
Zeitplan erstellen, Material organisieren, Fachleute anfragen. Ab jetzt fĂŒhrst du das Arbeitsjournal.
So macht es Lea Lea fragt fĂŒnf Familien aus der Klasse nach ihrem Lieblingsrezept.
Januar bis April
Phase 4 · Erstellen
Am Produkt arbeiten, Lösungen finden, den Zeitplan im Auge behalten. In den StandortgesprÀchen zeigst du, wo du stehst.
So macht es Lea Lea kocht samstags, fotografiert jedes Gericht und schreibt die Rezepte.
5. bis 9. April und 13. Mai
Phase 5 · Abschliessen und prÀsentieren
In der Projektwoche fertigstellen und abgeben. Danach PrÀsentation und Ausstellung vorbereiten.
So macht es Lea Lea gestaltet das Layout und lÀsst das Kochbuch drucken.
ab 26. Mai
Phase 6 · Beurteilen
Du schÀtzt dich selbst ein, danach besprichst du die Beurteilung mit deiner Betreuungsperson. Titel und Note kommen ins Zeugnis.
So macht es Lea Lea vergleicht ihre SelbsteinschÀtzung mit der Beurteilung.
Tippe auf eine Phase. Alle Daten stehen auch unter «Termine».
Wie willst du arbeiten?
FĂŒnf Handlungsfelder
Organisieren und konzipieren
Du planst einen Anlass und fĂŒhrst ihn durch.
Typische Produkte: ein Turnier, ein Konzert, ein Spielnachmittag im Altersheim, eine Sammelaktion.
Recherchieren und dokumentieren
Du suchst Informationen, ordnest sie und stellst sie verstÀndlich dar.
Typische Produkte: ein Podcast mit Interviews, eine BroschĂŒre, eine Ausstellungstafel.
Forschen und entdecken
Du gehst einer Frage nach: beobachten, messen, auswerten. Der Ausgang ist offen.
Typische Produkte: eine Beobachtungsreihe mit Diagrammen, eine Versuchsreihe, ein Bestimmungsbuch.
Erfinden und fantasieren
Du entwirfst etwas, das es so noch nicht gibt.
Typische Produkte: ein Brettspiel, ein Song, ein Kurzfilm, ein illustriertes Buch.
Konstruieren und gestalten
Du stellst etwas her: bauen, nÀhen, kochen, filmen, programmieren.
Typische Produkte: ein MöbelstĂŒck, ein KleidungsstĂŒck, eine App â oder ein Kochbuch.
So macht es Lea Ihr Kochbuch gehört hierher: Sie kocht, fotografiert und gestaltet.
Das Feld sagt nichts ĂŒber die QualitĂ€t â aber viel darĂŒber, wie du arbeiten wirst.
Ăbung 1 von 6
Ăbung: Welches Handlungsfeld?
Ordne jede Projektidee einem Handlungsfeld zu. Manche passen in zwei Felder â dann zĂ€hlt, worauf der Schwerpunkt liegt.
Einen Spielnachmittag im Altersheim planen und durchfĂŒhren
Lösung
Organisieren â Du planst einen Anlass und fĂŒhrst ihn durch.
Einen Podcast ĂŒber die Geschichte unseres Quartiers mit drei Interviews
Lösung
Recherchieren â Du sammelst Informationen und stellst sie verstĂ€ndlich dar.
Messen, wie viel Strom die GerÀte bei uns zu Hause im Standby brauchen
Lösung
Forschen â Du gehst einer Frage nach, misst und wertest aus â der Ausgang ist offen.
Ein eigenes Brettspiel mit Regeln und Spielplan erfinden
Lösung
Erfinden â Du entwirfst etwas, das es so noch nicht gibt.
Ein Regal bauen, das genau in mein Zimmer passt
Lösung
Konstruieren â Du stellst etwas her.
Ein Unihockey-Turnier fĂŒr die 1. Oberstufe organisieren
Lösung
Organisieren â Ein Anlass mit Ablauf, Einladung und DurchfĂŒhrung.
Beobachten, welche Vögel im Winter an unser Futterhaus kommen
Lösung
Forschen â Beobachten, zĂ€hlen, auswerten.
Einen Song schreiben und aufnehmen
Lösung
Erfinden â Etwas Neues erfinden: Text und Musik.
Eine Ausstellungstafel zur Geschichte unseres Schulhauses
Lösung
Recherchieren â Archiv, GesprĂ€che, Fotos â und alles verstĂ€ndlich dargestellt.
Eine App programmieren, die an Hausaufgaben erinnert
Lösung
Konstruieren â Programmieren gehört wie Bauen und NĂ€hen zum Konstruieren und Gestalten.

Themenfindung
In fĂŒnf Schritten zur Idee
- Sammeln. Alles aufschreiben, was dich interessiert â ohne zu werten. Lea: Kochen, Fussball, Gitarre, Hunde, Fotografieren.
- Mindmap. Zu den zwei, drei besten Ideen: Was gehört dazu? Was brauche ich? Lea merkt: Kochen und Fotografieren passen zusammen.
- Reden. Ideen mit zwei, drei Personen ausserhalb der Schule besprechen.
- Ampelblatt. GrĂŒnes, gelbes oder rotes Licht â und warum.
- Entscheiden. Zwei Ideen mit in die Schule bringen und mit der Klassenlehrperson besprechen.
Ideen holen: im Ideenpool stöbern und eigene Ideen daraus ableiten.
Das Ampelblatt
Lea stellt ihre Idee in einer Minute vor
«Ich schreibe ein Kochbuch mit Rezepten aus aller Welt.» Was sagen die drei? Tippe auf eine Person.
Rotes Licht ist kein Weltuntergang. Es zeigt dir, wo du nachbessern musst. Bei Lea: Das Thema ist zu gross.
Termin Mittwoch, 25. November: zwei Ideen mitbringen.

Eingrenzen
Zu gross? Mach es kleiner.
Der hÀufigste Fehler ist ein zu grosses Thema. Tippe auf eine Karte und schau, wie es eingegrenzt aussieht.
Die PrĂŒffrage: Was genau muss ich selbst tun, damit diese Arbeit entsteht? Lautet die Antwort «lesen und zusammenfassen», ist das Thema noch zu gross.
Ăbung 2 von 6
Ăbung: Geeignetes Thema?
Ist das ein Projektthema â eingegrenzt und mit eigener Leistung? Oder zu gross?
Fussball
Lösung
zu gross â DarĂŒber gibt es Bibliotheken. Was genau wĂŒrdest du selbst tun?
Ein Trainingsplan fĂŒr die Juniorinnen meines Vereins, getestet in drei Trainings
Lösung
geeignet â Eingegrenzt, mit eigener Leistung und einem Produkt.
Das Weltall
Lösung
zu gross â Viel zu gross â das kann man nur abschreiben.
Wie lange Jugendliche aus unserem Schulhaus am Handy sind â eine Umfrage
Lösung
geeignet â Eigene Daten, eigene Auswertung.
Social Media
Lösung
zu gross â Ein Gebiet, kein Thema. Was ist deine Frage dazu?
Ein Kochbuch mit Rezepten aus den HerkunftslÀndern meiner Klasse
Lösung
geeignet â Klar umrissen, du kochst, fotografierst und schreibst selbst.
Die Leitfrage
Eine Frage, die dein Produkt beantwortet
Leas Leitfrage Wie muss ich ein Kochbuch gestalten, damit Jugendliche Gerichte aus den HerkunftslÀndern unserer Klasse ohne Hilfe nachkochen können?
- Sie beginnt meistens mit «Wie âŠÂ».
- Man kann sie nicht mit Ja oder Nein beantworten.
- Man kann sie nicht googeln â die Antwort entsteht durch deine Arbeit.
- Dein Produkt ist die Antwort.
- Es ist eine einzige Frage.

Aus Fehlern lernen
Leas erste Versuche
Bevor Lea ihre Leitfrage gefunden hat, hat sie drei andere ausprobiert. Was ist falsch daran? Tippe zum Aufdecken.
Die Leitfrage ist der Gradmesser fĂŒr echte Projektarbeit: An ihr zeigt sich, ob du etwas selbst herausfinden musst.
Ăbung 3 von 6
Ăbung: Gute Leitfrage?
Taugt die Frage als Leitfrage? Denk an die Merkmale: «Wie âŠÂ», kein Ja oder Nein, nicht googelbar, eine einzige Frage.
Was ist Hip-Hop?
Lösung
noch nicht â Zu breit â die Antwort steht im Lexikon.
Wie muss ich Tanzelemente aneinanderreihen, damit ein ganzer Hip-Hop-Tanz entsteht?
Lösung
gute Leitfrage â Die Antwort entsteht durch deine Arbeit, das Produkt ist die Antwort.
Ist Zucker ungesund?
Lösung
noch nicht â Eine Ja-Nein-Frage.
Wie verlĂ€uft die Amphibienwanderung im FrĂŒhling rund um den Dorfweiher?
Lösung
gute Leitfrage â Eingegrenzt, nicht googelbar, du beobachtest selbst.
Wie baue ich ein Möbel und was kostet Holz?
Lösung
noch nicht â Das sind zwei Fragen. Nimm eine.
Wie können alle in unserem Schulhaus zum Energiesparen motiviert werden?
Lösung
gute Leitfrage â Eine offene «Wie»-Frage mit eigenem Vorgehen.

Ziele formulieren
Ein gutes Ziel ist SMART
Leas erstes Ziel «Bis zur Abgabe des Produkts stelle ich in meinem Kochbuch zwölf Rezepte aus den HerkunftslĂ€ndern meiner Klasse vor â aus mindestens sechs LĂ€ndern, jedes mit einem selbst gemachten Foto.»
S â spezifisch. Das Ziel sagt genau, was entsteht: Rezepte aus den HerkunftslĂ€ndern ihrer Klasse, in ihrem Kochbuch.
M â messbar. ZĂ€hlbar: zwölf Rezepte, sechs LĂ€nder, ein Foto pro Rezept. Am Schluss kann jede Person nachzĂ€hlen.
A â attraktiv. Lea kocht gern und will das Ziel wirklich erreichen. Darum hĂ€lt sie bis Mai durch.
R â realistisch. Zwölf kleine Portionen kosten sie rund 30 Franken, sie kocht zu Hause. Das ist machbar.
T â terminiert. Das Ziel hat einen Termin: die Abgabe des Produkts in der Projektwoche.
Tippe auf einen Buchstaben.
Du formulierst drei bis fĂŒnf Ziele. Die PrĂŒffrage: Kann jemand anderes am Schluss ohne dich prĂŒfen, ob das Ziel erreicht ist?
Ziele formulieren
Das Verb entscheidet
Ziele beginnen meistens mit «Ich will âŠÂ» oder «Ich âŠÂ». Je anspruchsvoller das Verb, desto anspruchsvoller das Ziel.
- einfachaufzÀhlen, nennen, aufschreiben
- schwierigerbeschreiben, vergleichen, grafisch darstellen
- anspruchsvolluntersuchen, analysieren, beurteilen
ungeeignet kennen verstehen wissen â das kann niemand ĂŒberprĂŒfen.
So macht es Lea «Ich vergleiche die RĂŒckmeldungen von drei Personen, die meine Rezepte nachgekocht haben, und verbessere die Anleitungen danach.»
Vorher â nachher
Aus einem Wunsch wird ein Ziel
Tippe auf eine Karte. FĂ€llt dir auf, was alle SMART-Ziele gemeinsam haben?
Sie enthalten Zahlen. Daran erkennt man am Schluss, ob ein Ziel erreicht ist.
Ăbung 4 von 6
Ăbung: Ist das Ziel SMART?
PrĂŒfe jedes Ziel: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert. Kann jemand am Schluss ohne dich prĂŒfen, ob es erreicht ist?
«Ich will viel ĂŒber Pferde lernen.»
Lösung
nicht SMART â Nicht spezifisch und nicht messbar: Was ist «viel»? Und «lernen» kann niemand ĂŒberprĂŒfen.
«Bis zur Abgabe des Produkts fotografiere ich 24 Tiere im Wildpark Peter und Paul und schreibe zu jedem Bild einen Kommentar in ganzen SÀtzen.»
Lösung
SMART â Klar, zĂ€hlbar, machbar und mit Termin.
«Ich will verstehen, wie ein Motor funktioniert.»
Lösung
nicht SMART â «Verstehen» ist nicht ĂŒberprĂŒfbar. Besser: «Ich erklĂ€re in einer Zeichnung mit Legenden die vier Takte eines Motors.»
«Bis Ende Februar befrage ich mindestens 20 Jugendliche und stelle die Ergebnisse in drei Diagrammen dar.»
Lösung
SMART â Spezifisch, messbar (20, drei) und terminiert (Ende Februar).
«Ich baue ein Gartenhaus.»
Lösung
nicht SMART â Nicht realistisch â zu gross fĂŒr die Zeit, das Budget von 50 Franken und ohne Werkstatt der Schule.
«Ich koche irgendwann ein paar Gerichte.»
Lösung
nicht SMART â Nicht messbar («ein paar») und nicht terminiert («irgendwann»).
«Ich schreibe eine Anleitung zur Seifenherstellung mit fĂŒnf Zeichnungen und Legenden â fertig bis zur Abgabe des Produkts.»
Lösung
SMART â Genau umschrieben, zĂ€hlbar und mit Termin.
Die Projektvereinbarung
Dein Vertrag mit dir selbst
Thema, Leitfrage, Produkt, drei bis fĂŒnf Ziele und die Termine â alles auf einem Blatt. Du, deine Betreuungsperson und deine Eltern unterschreiben.
Ab dann ist das dein Auftrag. Am Schluss wird daran gemessen, was du erreicht hast.
Ăndert sich etwas? Kein Problem â solange du es im StandortgesprĂ€ch besprichst. Was nicht geht: am Schluss etwas ganz anderes abgeben.
Abgabe Mittwoch, 13. Januar
Projektvereinbarung · Lea, 3. Oberstufe
- Thema
- Ein Kochbuch mit Rezepten aus den HerkunftslÀndern meiner Klasse
- Leitfrage
- Wie muss ich ein Kochbuch gestalten, damit Jugendliche Gerichte aus den HerkunftslÀndern unserer Klasse ohne Hilfe nachkochen können?
- Produkt
- Gedrucktes Kochbuch, A5, mit zwölf Rezepten und Fotos
- Ziele
- 1. Zwölf Rezepte aus sechs LĂ€ndern, jedes mit eigenem Foto · 2. Drei Rezepte von anderen nachkochen lassen und die RĂŒckmeldungen vergleichen · 3. Alle Texte in eigenen Worten, mit Einkaufsliste und Zeitangabe

Der Zeitplan
RĂŒckwĂ€rts rechnen
1Lektion pro Woche in der Schule
32Lektionen in der Projektwoche, 5. bis 9. April
- Arbeitsschritte auflisten â kleinteilig. «Material kaufen» ist ein Schritt, «Produkt herstellen» nicht.
- Vom Abgabetermin rĂŒckwĂ€rts nach vorne planen.
- Puffer einbauen â es geht immer etwas schief.
- Ferien bedenken â und alles, was von anderen abhĂ€ngt, frĂŒh anfragen.
So macht es Lea Der grössere Teil entsteht in der Freizeit: Sie kocht und fotografiert jeden Samstag ein Gericht. Layout und Druck plant sie in die Projektwoche.
Abgabe Zeitplan Mittwoch, 27. Januar
Das Arbeitsjournal
Zwei Minuten, die Punkte bringen
13.02.
Am Projekt gearbeitet.
Was? Wie lange? Was kam heraus? Niemand kann das nachvollziehen.
Samstag, 13. Februar · 2 Stunden
Gemacht: Injera gebacken, das Fladenbrot aus Eritrea.
Ergebnis: Der Teig war zu dĂŒnn, die Fladen sind gerissen.
Gelernt: Der Teig muss einen Tag lÀnger gÀren.
NĂ€chster Schritt: Mittwoch zweiter Versuch, Foto bei Tageslicht.
Datum, Dauer, was du gemacht hast, was herauskam, was du daraus lernst und der nÀchste Schritt. Dazu ein Foto.
Schreib den Eintrag direkt nach der Arbeit, mit dem Handy. Ein Journal, das erst am Schluss entsteht, merkt man sofort.

Ăbung 5 von 6
Ăbung: Guter Journaleintrag?
Ist der Eintrag aussagekrĂ€ftig â was gemacht, was herausgekommen, was gelernt, was als NĂ€chstes? Oder ist er zu dĂŒnn?
«13.02. Am Projekt gearbeitet.»
Lösung
zu dĂŒnn â Was genau? Wie lange? Was kam heraus? Niemand kann das nachvollziehen.
«Samstag, 2 Stunden: Fundament fĂŒr das Hochbeet ausgehoben. Der Boden war schief, ich musste nachgraben. Gelernt: vorher mit der Wasserwaage prĂŒfen. NĂ€chster Schritt: Bretter zuschneiden.»
Lösung
aussagekrĂ€ftig â TĂ€tigkeit, Ergebnis, Erkenntnis und nĂ€chster Schritt â alles da.
«Heute war es lustig, ich habe viel gemacht.»
Lösung
zu dĂŒnn â Ein GefĂŒhl, aber kein Inhalt. Was hast du gemacht, und was lernst du daraus?
«45 Minuten: Interviewfragen an die Gemeindeschreiberin geschickt, noch keine Antwort. Erkenntnis: Termine muss ich frĂŒher anfragen. NĂ€chster Schritt: am Freitag nachfragen.»
Lösung
aussagekrĂ€ftig â Auch ohne Erfolg wertvoll: Du hĂ€ltst fest, was du daraus lernst.
«Alles nach Plan, nichts Besonderes.»
Lösung
zu dĂŒnn â Gerade das Gewöhnliche gehört hinein: Was hast du gemacht, und wie lange?
«Refrain dreimal aufgenommen. Der dritte Versuch ist der beste, weil ich nÀher am Mikrofon stand. Foto der Einstellungen angehÀngt.»
Lösung
aussagekrĂ€ftig â Konkret, mit BegrĂŒndung und Foto. So sieht man den Weg.
«Woche 3 bis 6: am Kochbuch weitergemacht.»
Lösung
zu dĂŒnn â Ein nachtrĂ€glicher Sammeleintrag. Schreib nach jeder Arbeit einen eigenen Eintrag.
«Umfrage mit 12 Lernenden der 2a durchgefĂŒhrt. Frage 4 wurde oft falsch verstanden â fĂŒr die 2b formuliere ich sie um.»
Lösung
aussagekrĂ€ftig â Du beobachtest genau und ziehst eine Folgerung daraus. Genau das bringt Punkte.
Leas Materialliste
- Zutaten fĂŒr zwölf kleine Portionen 31.50
- Druck im Copyshop, A5 farbig 12.00
- Karton fĂŒr den Umschlag 4.80
Total 48.30 von 50.00 Franken
Rahmenbedingungen
50 Franken. Keine Schulwerkstatt.
- 50 Franken pro Person â nicht ĂŒberschreiten, nicht zusammenlegen.
- Keine Schulinfrastruktur: weder Werkstatt noch Handarbeitszimmer. Lea kocht zu Hause.
- Einzelarbeit. Hilfe holen ist erlaubt â sie gehört in die Reflexion.
- AuswÀrts arbeiten wÀhrend der Schulzeit nur mit Absenz der Eltern in Pupil.
- Keine gefÀhrlichen Selbstversuche. Im Zweifel vorher fragen.
Quellen und KI
Sag, woher es kommt
Redlichkeit
Jeder Text gehört der Person, die ihn geschrieben hat. Wer sich darauf stĂŒtzt, sagt das.
ĂberprĂŒfbarkeit
Mit der Quellenangabe können andere im Original nachlesen.
Aus Leas Quellenverzeichnis
- Interview mit der Familie einer Klassenkameradin, 9. Januar 2027: Rezept und Geschichte von Injera
- Website eines Kochmagazins, vollstÀndige Adresse, abgerufen am 16. Januar 2027
- KI-Werkzeug, 20. Februar 2027: gefragt, warum Injera-Teig gĂ€ren muss. Antwort in einem Kochbuch ĂŒberprĂŒft.
KI ist kein Tabu â verschweigen schon. Ein nicht angegebener KI-Text ist wie ein nicht angegebenes Zitat. Beurteilt wird deine Eigenleistung.
Das Produkt
Die Antwort auf deine Leitfrage
Form und Funktion
Es sieht gut aus und funktioniert. Man kann mit Leas Kochbuch wirklich kochen.
Eigenleistung
Ein sehr hoher Anteil stammt von dir: eigene Fotos, eigene Texte.
Neue Techniken
Du lernst etwas dazu. Lea lernt Bildbearbeitung und Layout.
QualitÀt
Sauber gearbeitet, fertig, vorzeigbar.
Schlussabgabe Freitag, 9. April, 16.00 Uhr: Produkt, Projektheft und SelbsteinschÀtzung

Die Dokumentation
Dein Weg, nachvollziehbar
Die Dokumentation beschreibt, wie dein Produkt entstanden ist: deine Motivation, dein Vorgehen, die Probleme und wie du sie gelöst hast â und die Antwort auf deine Leitfrage.
- Arial oder Tahoma
- Text 11 pt
- Zeilenabstand 1.5
- alle Seiten nummeriert
Gut zu wissen Im digitalen Projektheft entstehen Titelblatt, Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen beim Export automatisch.
- Titelblatt1 Seite
- Inhaltsverzeichnis1 Seite
- Vorwort und EinleitungMotivation und Leitfrage
- Hauptteil3 bis 6 Seiten
- Zusammenfassung und ReflexionAntwort auf die Leitfrage
- Quellenverzeichnisalle Quellen, auch KI
- Anhangnach Bedarf
Die PrÀsentation
Rund 2 Minuten. Frei gesprochen.
- Origineller Einstieg â eine Frage, ein Gegenstand, ein Duft.
- Motivation und Ziele â warum dieses Thema?
- Der Prozess â was war schwierig, was hat ĂŒberrascht?
- Das Ergebnis â Produkt zeigen, Leitfrage beantworten.
- Ein Schlusssatz, der bleibt.
In der Schule, 100 bis 140 Sekunden, Standardsprache, Medien nur kurz, Karteikarten ja â Ablesen nein.
Der Elevator Pitch
Eine Minute, die neugierig macht
Diese Minute brauchst du an der Ausstellung immer wieder. Drei SĂ€tze genĂŒgen:
- Was? «Ich habe ein Kochbuch mit zwölf Rezepten aus den HerkunftslÀndern meiner Klasse gemacht.»
- Warum? «Jede Familie hat ein Lieblingsgericht â und jetzt kann es jede und jeder nachkochen.»
- Hingucker «Probieren Sie das Injera â das hat drei AnlĂ€ufe gebraucht.»
Ăbung 6 von 6
Ăbung: Passt das in die PrĂ€sentation?
Denk an die Vorgaben: rund 2 Minuten, Medien nur kurz, Standardsprache, frei gesprochen, origineller Einstieg, Schlusssatz, der bleibt.
Einstieg: «Ich mache heute meine PrĂ€sentation ĂŒber Hochbeete.»
Lösung
besser nicht â Langweilig und erwartbar. Beginne mit einer Frage, einem Gegenstand oder einer kleinen Szene.
Einstieg: Lea stellt eine SchĂŒssel Suppe auf den Tisch und fragt: «Wer hat das schon einmal gegessen?»
Lösung
passt â Ein Gegenstand und eine Frage â das weckt Neugier.
Eine Folie mit einem ganzen Absatz Text, den ich vorlese.
Lösung
besser nicht â Ablesen ist nicht erlaubt, und eine Textfolie liest niemand. Wenige Stichworte oder ein Bild genĂŒgen.
Ich zeige mein Produkt und fĂŒhre vor, wie es funktioniert.
Lösung
passt â Zeigen statt nur beschreiben â das Produkt steht im Zentrum.
Ich erzÀhle, was schiefging und wie ich es gelöst habe.
Lösung
passt â Der Weg mit seinen Schwierigkeiten gehört dazu und ist oft das Spannendste.
Ich zeige ein Video von fĂŒnf Minuten.
Lösung
besser nicht â In rund 2 Minuten bleibt dafĂŒr keine Zeit. Höchstens ein kurzer Ausschnitt, den Rest sprichst du selbst.
Ich spreche Mundart, damit es lockerer wirkt.
Lösung
besser nicht â Die PrĂ€sentation ist durchgehend in Standardsprache.
Schluss: «Das wÀrs. Habt ihr noch Fragen?»
Lösung
besser nicht â Kein Schluss, der bleibt. Fasse die Antwort auf deine Leitfrage in einem Satz zusammen.
Schluss: Ich beantworte meine Leitfrage in einem Satz und zeige das Produkt nochmals.
Lösung
passt â Ein klarer Schlusssatz, der hĂ€ngen bleibt.
Ich ĂŒbe vorher laut mit der Stoppuhr, einmal auch vor jemandem, der das Thema nicht kennt.
Lösung
passt â So triffst du die Zeit und merkst, was unklar ist.

Die Ausstellung · Donnerstag, 13. Mai
Dein halbes Jahr wird sichtbar
- 13.40 Aufbau
- 15.30 Ausstellung fĂŒr die 2. Oberstufe
- 19.00 Ausstellung fĂŒr die Eltern
- Das Produkt steht im Zentrum.
- Ein Plakat mit Titel, Leitfrage und Name â aus zwei Metern lesbar.
- Zeig den Weg: Skizzen und missglĂŒckte Versuche sind oft spannender als das Ergebnis.
- Etwas zum Ausprobieren bleibt in Erinnerung. Bei Lea: HĂ€ppchen zum Probieren.
- Eigenes Material â die Schule leiht nichts aus, auch keinen Tisch.
Die Beurteilung
Vier Bereiche, 55 Punkte
- Arbeitsprozess17
- Dokumentation11
- Produkt16
- PrÀsentation11
- Termine einhalten â die einfachsten Punkte der ganzen Arbeit.
- Journal laufend fĂŒhren und Erfahrungen auswerten.
- Die Leitfrage wirklich beantworten.
- Alle Ziele erreichen â darum realistisch formulieren.
Die Kriterien stehen dir von Anfang an offen, im Raster. Dieselbe Liste brauchst du am Schluss fĂŒr deine SelbsteinschĂ€tzung.

Schlussquiz
Bist du startklar?
-
Wie viel Geld darfst du fĂŒr dein Projekt höchstens ausgeben?
50 Franken pro Person â nicht ĂŒberschreiten, nicht zusammenlegen.
-
Lea möchte fĂŒr ihr Kochbuch die SchulkĂŒche benutzen. Geht das?
Die Infrastruktur der Schule darf nicht genutzt werden. Lea kocht zu Hause.
-
Wie viele Ziele formulierst du?
Drei bis fĂŒnf, und jedes ist SMART.
-
Welche Leitfrage taugt?
Eine offene «Wie»-Frage, die dein Produkt beantwortet. Die anderen sind googelbar oder Ja-Nein-Fragen.
-
Wann schreibst du ins Arbeitsjournal?
Direkt danach â gerade Misserfolge bringen Punkte, wenn du sie auswertest.
-
Wie lange dauert deine PrÀsentation?
Rund 2 Minuten, also 100 bis 140 Sekunden. Ăbe mit der Stoppuhr.
-
Was gibst du am Ende der Projektwoche ab?
Alle drei: das Produkt, das Projektheft mit Journal, Dokumentation, Zeitplan und Material und die SelbsteinschÀtzung.
Deine Meilensteine
Diese Termine zÀhlen
- Mittwoch, 2. Dezember, 23.59 Projektidee mit Leitfrage
- Mittwoch, 13. Januar, 23.59 Projektvereinbarung, digital unterschrieben
- Mittwoch, 27. Januar, 23.59 Zeitplan
- Mittwoch, 10. MĂ€rz, 23.59 Planung der Arbeitsschritte und Materialliste
- Freitag, 9. April, 16.00 Produkt, Projektheft (Arbeitsjournal, Dokumentation, Zeitplan, Material), SelbsteinschÀtzung
Abgeben heisst: auf der Website einreichen. In Teams musst du nichts ablegen. Jede eingehaltene Abgabe zÀhlt in der Beurteilung.
Dein erster Schritt
Jetzt bist du dran.
Bis Mittwoch, 25. November bringst du zwei Ideen mit. Sammle, mach eine Mindmap, rede mit Leuten â genau wie Lea.
Diese EinfĂŒhrung kannst du jederzeit wieder öffnen â unter Projektarbeit, «EinfĂŒhrung».
Alle Folien
1 · Der Auftrag
2 · Ein Thema finden
3 · Leitfrage und Ziele
4 · Planen und arbeiten
5 · Abschliessen
6 · Und jetzt du
Sprechtext
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