- 16 Jahre Erfahrung als Lehrperson und schulischer Heilpädagog.
- Spezialistin fĂĽr ADHS-Coaching und Auftrittskompetenzen
Das Förderzentrum der Schönau
Seit Herbst 2021 bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern Lernförderung im Förderzentrum der Schönau an. Hier stellen wir Ihnen die Menschen hinter dem Projekt, die Räumlichkeiten und die verschiedenen Angebote vor.
Eine lernfreundliche Oase im Schulhaus.
Unser Förderzentrum besteht seit Sommer 2021. Mit viel Liebe zum Detail wurden aus den ehemaligen Informatikräumen der Schönau zwei durch eine Durchgangstür verbundene Räume geschaffen, die ganz auf das Lernen in einer ruhigen Wohlfühlatmosphäre ausgelegt sind.
Aktivierende und beruhigende Farben, verschiedene Lernmaterialien und -spiele, viele Bücher, Lernnischen, Gruppentische, höhenverstellbare Schülerpulte, modernste Technik und mit den Lernenden gemeinsam gepflegte Grünpflanzen machen das Förderzentrum zu einer lernfreundlichen Oase in unserem Schulhaus.
In den Räumlichkeiten finden Klassenunterricht, Kleingruppenförderung, DaZ-Unterricht, Selbstlernzeit, Sitzungen und Gespräche sowie Lernauszeiten statt.
Wer hier arbeitet.
- 10 Jahre Erfahrung als Klassenlehrperson Real und schulische Heilpädagogin
- Spezialistin für mathematische Fächer sowie Lernstrategien
- Seit August 2024 Teil des ISF-Teams
- Studentin im Masterstudium Sekundarstufe I auf Basis eines Fachbachelors an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen
- Umweltpädagogin und Deutschkursleiterin
Wieso schulische Heilpädagogik?
Viele unserer Jugendlichen schaffen es (noch) nicht, ihr gesamtes Potenzial auszuschöpfen, einige sind auch schulmüde oder haben den Glauben an sich selbst verloren. In unserer Funktion als schulische Heilpädagoginnen können wir den Schülerinnen und Schülern helfen, ihr Lernen zu strukturieren, ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstständigkeit zu stärken und ihre Zeit sinnvoll zu nutzen. Lernende mit besonderen Begabungen dürfen wir individuell fördern und begleiten. Lehrpersonen können wir beraten und unterstützen. Uns gefällt unser Beruf sehr gut, weil wir mit so vielen unterschiedlichen Jugendlichen Kontakt haben und dazu beitragen können, dass sie sich bei uns in der Schule wohlfühlen.
Wieso Schönau?
An der Schönau wird Vielfalt nicht nur gelebt, sondern zelebriert. Nicht nur unsere Schülerschaft, auch das Lehrerteam ist bunt und vielfältig. Unsere Stärken, Begabungen und Fähigkeiten können wir im Unterricht und an vielen ausserschulischen Anlässen einbringen. Ob Musicals, Theaterprojekte, Erlebnispädagogik oder Leseförderung, Kooperationen mit dem umliegenden Gewerbe, Gestaltung externer Lernangebote und Exkursionen oder Events – hier kann sich jede und jeder kreativ einbringen. Das gilt für Lehrpersonen und Lernende gleichermassen. Über den Schülerinnen- und Schülerrat lassen wir die Jugendlichen partizipieren und mitgestalten, damit unsere Schule nicht nur Lern-, sondern auch Lebensraum ist.
Was im Förderzentrum stattfindet.
Unsere Angebote sind darauf ausgelegt, die Lernenden dort abzuholen, wo sie stehen.
Das Lernangebot des Förderteams Beziehungsarbeit, Lernmotivation, Selbstkonzept
An der Schönau setzen wir auf eine entwicklungsförderliche Beziehungsarbeit, das Anregen der Lernmotivation und den Aufbau eines positiven Selbstkonzepts. Dazu gehören das Erlernen von Lernstrategien und Arbeitsstrukturen genauso wie die Lern- und Arbeitsplanung, die Reflexion und das regelmässige Überprüfen von selbst gewählten Zielen.
Lernen fängt mit Wollen an. Genau da setzt das Förderteam an. Wir arbeiten systemisch und analysieren gemeinsam mit unseren Lernenden, den Lehrpersonen, unserer Schulsozialarbeiterin, dem schulpsychologischen Dienst und weiteren Fachstellen, welche Ressourcen und Barrieren unsere Lernenden haben und wie der Unterricht bestmöglich auf ihre individuellen Bedürfnisse ausgelegt werden kann.
DaZ-Unterricht Täglich, mit dem Lehrmittel «Startklar»
In der Stadt St.Gallen werden fremdsprachige Lernende direkt in die Regelschulen integriert. An der Schönau möchten wir ihnen ein rasches Ankommen im neuen Kultur- und Sprachraum ermöglichen. Deshalb bieten wir fremdsprachigen Jugendlichen täglich DaZ-Lektionen.
Gearbeitet wird mit dem Zürcher Lehrmittel «Startklar», das auf Lernende im Jugendalter ausgelegt ist. Es ist in drei Niveaustufen verfügbar und orientiert sich an alltäglichen Sprechsituationen im privaten, schulischen und beruflichen Alltag. Grammatik wird nach dem Modell des kommunikativen Lernens erarbeitet.
Wenn unsere Lernenden das Niveau A2 abgeschlossen haben, endet ihr DaZ-Unterricht. Dann sind sie bereit, ihre noch fehlenden Deutschkenntnisse im Regelunterricht und in Alltagssituationen zu erwerben. Die Erfahrung zeigt, dass dieses Konzept zu einer schnelleren und besseren Integration führt als wöchentliche DaZ-Lektionen.
Erlebnispädagogiktage Für alle neuen Erstklässlerinnen und Erstklässler
Unsere Erlebnispädagogiktage führen wir mit den neu an der Schule startenden Erstklässlerinnen und Erstklässlern durch. Ein mehrteiliges Programm im Freien ermuntert sie, herausfordernde Übungen und Spiele allein oder in der Klasse zu absolvieren und ihre Kompetenzen zu reflektieren.
So erfahren sie mehr über sich selbst, ihre Fähigkeiten und Grenzen – und über ihre Rolle innerhalb der Klasse. Die Klassenlehrpersonen lernen ihre Klasse ausserhalb des schulischen Lernkontextes kennen und schaffen erste gemeinsame Erlebnisse.
Forschungsergebnisse zeigen, dass erlebnispädagogische Programme die Selbst- und Sozialkompetenzen entscheidend positiv beeinflussen und das Selbstkonzept verbessern. Deshalb setzen wir das ursprünglich als Pilot geführte Projekt als festen Bestandteil unseres Curriculums fort.
«Silence on lit!» Täglich 15 Minuten – das ganze Schulhaus liest
Das ursprünglich aus der Türkei stammende Projekt «Silence on lit!» führt Jugendliche im sogenannten Leseknick an das regelmässige Lesen heran – vor allem jene, die über wenige Lesevorbilder in Familie und Freundeskreis verfügen.
An der Schönau bedeutet das: Täglich zu wechselnden Uhrzeiten lässt das gesamte Schulhaus alles stehen und liegen und liest 15 Minuten lang. Nicht nur die Lernenden, auch die Lehrpersonen, das Hausteam und die Schulleitung nehmen einen selbst gewählten Text hervor.
Der angenehme Nebeneffekt: Die oft reizüberfluteten Jugendlichen und Erwachsenen kommen in diesen 15 Minuten zur Ruhe. Die zeitliche Begrenzung sorgt dafür, dass auch leseschwache Lernende die Lesezeit einhalten können.
Kleingruppenförderung Lernstrategien, Berufswahl, Begabtenförderung
Ob Lernstrategien, Berufswahl, Begabtenförderung, Förderlektionen in Sprachen, Mathematik oder Auftrittskompetenz – im Förderzentrum arbeiten die Jugendlichen mit unseren Spezialistinnen im Team an ihren individuellen Themenfeldern.
Die ruhige Arbeitsatmosphäre und das lernfreundliche Raumklima tragen dabei genauso zu einer intensiv genutzten Trainingsstunde bei wie unsere geschulten Lernexpertinnen.
«Banking Time» 45 Minuten pro Woche, ohne Bewertung
Die «Banking Time» geht auf den amerikanischen Bindungsforscher Robert C. Pianta zurück. Sie ist für Jugendliche gedacht, deren Verhalten als schwierig und störend erlebt wird.
Die Idee ist einfach, aber wirkungsvoll: Führen Gespräche und andere Interventionen nicht zum gewünschten Effekt, belastet dies auf Dauer die Beziehung zu Gleichaltrigen und Lehrpersonen. Es braucht ein Gegengewicht – konfliktfreie, entspannte Begegnungen, für beide Seiten.
Während 45 Minuten pro Woche verbringt die Lehrperson Zeit mit der oder dem Jugendlichen, während die Klasse durch unsere schulischen Heilpädagoginnen betreut wird. Die oder der Jugendliche bestimmt, was in dieser Zeit geschieht: ein Spaziergang, ein neues Spiel, einfach plaudern. Wichtig ist: In dieser Zeit bewertet die Lehrperson nicht.
Die vier Vs.
Was tun, wenn der Schulalltag aus verschiedenen Gründen zur Belastung wird? Diesen Gedanken haben wir bei der Ausarbeitung unseres sonderpädagogischen Konzepts weitergesponnen – und vier Antworten darauf entwickelt.
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VorĂĽbergehende Konzentrationsschwierigkeiten
Prüfungsphasen, Aufnahmeprüfungen, Bewerbungen, Schnupperlehren, Projektwochen, Übertritte: Es gibt viele Gründe, wieso Lernende leicht ablenkbar, frustriert oder unkonzentriert sind. Ist dies der Fall, dürfen sie freiwillig oder auf Einladung einer Lehrperson für einen Teil der Lektion ins Förderzentrum kommen. Dort wird mit kurzen Spielen, Sport- oder Meditationsübungen der Fokus von der Schule zum Lernenden selbst verschoben. Der kurze Unterbruch sorgt in den meisten Fällen dafür, dass ein konzentriertes Weiterarbeiten möglich ist.
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Vorbereiteter Arbeitsauftrag
Manchmal ist eine reizarme, ruhige Arbeitsatmosphäre abseits des Klassengeschehens genau das, was Lernende brauchen. Dann kommen sie mit ihrem Schulmaterial ins Förderzentrum und arbeiten dort, unterstützt von unseren schulischen Heilpädagoginnen, weiter. Die Aufträge werden in bewältigbare Einheiten aufgeteilt und einzeln erledigt. Das löst Erfolgserlebnisse aus und gibt schrittweise das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten zurück.
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Verwarnung
Jedes Verhalten hat einen Grund, und Verhalten ändert sich nur, wenn man diesen Grund kennt. Gibt es Konflikte während des Unterrichts, liegt ein massiver Regelverstoss vor oder verunmöglicht das Verhalten Einzelner das Weiterlernen der Klasse, schicken die Lehrpersonen diese Lernenden ins Förderzentrum. Dort reflektieren sie gemeinsam mit dem Förderteam die Situation und formulieren Ziele, die alle Beteiligten unterzeichnen und die nach einer bestimmten Zeitspanne überprüft werden. Werden sie nicht erreicht, folgt ein Gespräch mit den Erziehungsberechtigten.
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Verweis
Bei besonders massiven Regelverstössen oder mehrmaligen Verwarnungen im gleichen Fach kann die Lehrperson einen Verweis aussprechen: Die oder der Lernende verbringt den Rest des Schultages im Förderzentrum. Nach einem Verweis wird zwingend ein Elterngespräch geführt. Ziel dieser Gespräche ist immer, einen Neustart zu ermöglichen.